... wie wir geboren werden. (Michel Odent)

  

Odent, Arzt und "Begründer der sanften Geburt" hat zahlreiche, in der Fachwelt hochgeachtete Bücher zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und emotionale Bindungen verfasst.

Als Kritiker bemängelt er den unnatürlichen Umgang mit den Gebärenden im Kreißsaal und ermutigt dazu unsere Wurzeln bei den Säugetieren zu suchen, da wir ja nun tätsächlich trotz Evolutionsgeschichte, noch immer welche sind.

Da die Regulation der für die Geburt und Stillzeit verantwortlichen Hormon- und Botenstoffe in unseren (Zitat): "alten, primitiven Hirnregionen, dem Hypothalamus und der Hypophyse", stattfindet, sollte die Stimulation der Gehirnanteile, die das moderne, logische Denken und Leben steuern (Großhirnrinde) möglichst unterlassen werden. Dies ermöglicht eine freie Geburt, in der die Frau sich nicht kontrolliert, sondern z.B. unwillkürlich unerwartete Positionen einnimmt oder Laute von sich gibt, die ihr Linderung verschaffen und die Geburt damit erleichtert wird.

 

In seinem Buch: "Es ist nicht egal, wie wir geboren werden - Risiko Kaiserschnitt", nennt er Reize, die die Großhirnrinde anregen und somit hinderlich für eine natürliche und ungestört ablaufende Geburt sind.

 

Vermeiden rationaler Sprache

Während die Frau auf einem "anderen Planeten ist" (wie Odent es ausdrückt), laut atmet, flucht, den Instinkt zum Pressen verspürt, sollten keine rationalen Fragen wie: "Wann waren Sie das letzte mal auf der Toilette?" gestellt werden. 

 

Helles Licht

Visuelle Stimulation regt nachweislich laut EEG-Untersuchungen die Großhirnrinde an. Anmerkung: Dazu gehört auch, das Beobachten des (Dauer)CTGs und des Wehentropfes usw.

 

Das Gefühl beobachtet zu werden

Wenn wir uns beobachtet fühlen, handeln wir angespannter. Meist entsteht ein ungutes Gefühl. Nachtaktive Säugetiere bringen ihre Jungen in der Regel tagsüber zur Welt, tagaktive eher in der Nacht (z.B. Pferde). "Wildziegen ziehen sich in die unzugänglichsten Gebirgsgegenden zurück. Und unsere nahen Verwandten, die Schimpansen, entfernen sich ebenfalls von der Gruppe."

Eine Hebamme/medizinisches Personal, das beobachtet und bewertet, ein CTG-Gerät, eine Videokamera - das alles bewirkt das Gefühl der Beobachtung!

 

Situationen, die Stress, Angst und somit eine Adrenalinausschüttung auslösen

Adrenalin stimuliert auch die Großhirnrinde. (Anmerkung: und hemmt die Bildung von Kontraktionen). "Wenn Gefahr droht, sind Säugetiere wach und aufmerksam." (Anmerkung: In solch einer Situation wird das Loslassen des Kindes erschwert, weil alles auf Flucht oder Angriff ausgerichtet ist, ein automatisches Instinktverhalten bei Gefahr, das uns angeboren ist.) Eine Gebärende muss sich "sicher und geborgen fühlen". Daher wurde traditionell die Mutter/Großmutter oder eine mütterliche Ersatzfigur (=Hebamme) als Geburtsbegleiterin gewählt. "Die eigene Mutter ist der Prototyp einer Frau, bei der man sich geborgen, nicht aber beobachtet oder beurteilt fühlt."

 

Neubarnim/2011

 

 

 

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