leben, lieben, lernen... mit AutisMUT

Als unser 3. Kind 2017 geboren wurde, zeigte sich schon in den ersten Monaten, dass er ein besonderer kleiner Mensch ist, dessen Bedürfnisse und dessen Wesen sich deutlich von seinen Geschwistern und von all den Babys unterschied, die ich bis dahin gesehen hatte. Wir waren fasziniert von seiner Ausgeglichenheit und der Stille, die sich immer um ihn herum auszubreiten schien, während drumherum buchstäblich das Leben tobte. Er schien wie in einer Dauermeditation zu sein, berauscht von den kleinen Alltagsschönheiten wie dem Spiel von Sonnenstrahlen, die Muster auf die Wände malten. Er genügte sich selbst vollkommen, forderte diesen Raum aber auch deutlich für sich ein. Als die Monate vergingen und übliche Entwicklungsschritte ausblieben oder viel viel später folgten, er nicht sprach und zunehmend unter den Anforderungen des "normalen Lebens" litt (wie zum Beispiel sein monotones Spiel zu unterbrechen, zu essen, in ein Auto gesetzt zu werden) und typische Verhaltensweisen aus dem Spektrum zeigte, stand für mich schnell der Verdacht auf Autismus im Raum. Wir mussten uns als Familie mühsam Möglichkeiten erkämpfen, miteinander Wege zu finden und auch in Ausnahmesituationen weiterhin füreinander da zu sein. Das ist bis heute oft schwer und sehr kräftezehrend.

Durch unseren Sohn habe ich vieles gelernt und nehme nichts mehr als selbstverständlich hin. Wir sind täglich auf der Suche und ich habe in den vergangenen 5 Jahren unendlich viele Bücher, Artikel und Internetseiten studiert. Der Austausch mit anderen Eltern mit autistischen Kindern, hat mir nicht selten mehr Erkenntnisse gebracht als die Fachliteratur. Da ich auf diese Art nach jedem Strohhalm griff, der uns Lösungen für unser Zusammenleben geben konnte, möchte ich nun einiges sammeln und zurückgeben, das uns geholfen hat. Vielleicht findet hier eine Mutter/Vater Informationen und Inspirationen täglich mit neuen Ideen und viel Liebe, Mut und Geduld weiterzumachen. Für unsere wunderbaren Kinder und für uns selbst...!

 

(Juli 2022) Foto: M. Grzona

" TAKIWATANGA "  ist die Maori-Bezeichnung für Autismus und bedeutet so viel wie " in his or her own time and space "

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