Anders als erwartet - Geburt verarbeiten...

Schwangerschaft, Geburt & Stillzeit haben die gleiche Essenz.

Sie sind ein natürliches körperliches Geschehen,

das von der inneren Bereitschaft der Frau stark beeinflusst wird.

Sie verlangen Hingabe & Geduld und sind eine große Belastung für den weiblichen Körper.

Sie sind mit tiefen Gefühlen verbunden,

in denen Schmerz & Liebe Seite an Seite stehen.

 

Grenzerfahrungen verändern und je nachdem,

wie die Geburt des Kindes erlebt wird,

bleibt die Erinnerung an einen Schock oder eine Einweihung.

Geburt ist ein Reifeprozess.

Sie beendet die Jugend, in der man nur für sich verantwortlich ist,

und leitet den Lebensabschnitt ein, in dem man für andere sorgt, teilt und etwas von sich weiter gibt.

 

(Schwangerschaft  - Mythos & Wirklichkeit, Sailer/Czolgoszewski)

 

 

 

Wir sind die Kinder einer Frauengeneration, die wenig Achtsamkeit und Wärme während der Geburtsbegleitung erlebt hat. Wir haben den Anspruch anders behandelt zu werden. Dazu gehört es Routinemaßnahmen zu hinterfragen und sich eine individuelle Geburtsbegleitung in einem so persönlichen und intimen Moment einzufordern.

Gleichzeitig schwingt oftmals der stille Vorwurf unser Muttergeneration mit, dass die Frauen es heute doch viel besser hätten als damals und wir zufrieden und dankbar sein sollten - "Hauptsache gesund".

Auch unser "weibliches Rüstzeug" ist begrenzter geworden durch Mangel an Wissen und praktische Erfahrung in Bezug auf urweibliche, körperliche Abläufe. Wir spüren diesen Mangel und haben gleichzeitig die Sehnsucht und ein Grundbedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Enttäuschungen, Selbstzweifel und Kontrollverluste sind in der sensiblen Phase der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbettes nicht selten.

 

Wie man es dreht und wendet, egal welche Ansicht man im Allgemeinen vertritt, letztlich zählt für mich immer diese eine Frau und dieses eine Kind (Kinder), die eine Geburt erlebten, die sie nachhaltig beschäftigt, belastet oder quält. Unsere Empfindungen können wir nicht steuern. Manchmal ist es gar nebensächlich was wirklich war. Wichtig ist, was dadurch mit uns passiert ist. Was für die eine Frau eine "Kleinigkeit" ist, wirkt auf eine andere vielleicht grenzüberschreitend. Was in der ersten Schwangerschaft undenkbar ist, kann in der nächsten zur ersehnten Rettung werden.

 

Die Geburt zu verarbeiten bedeutet für mich, dass man Antworten auf die Fragen findet

was passiert ist, warum es passiert ist und was das für Auswirkungen auf die Mutter, das Kind, das Paar, die Familie hat. Allein das zu benennen, Worte zu finden und die Geschehnisse zu begreifen, ist tatsächlich weitere GeburtsARBEIT.

Manchmal reicht das bereits aus, um den inneren Frieden ins Rollen zu bringen.

 

Wer Zuversicht und Anregungen für die Zukunft sucht, um beispielsweise eine Folgeschwangerschaft unbelasteter zu erleben, kann sich zusätzlich mit der Frage beschäftigen, welche Alternativen es damals ggf. gegeben hätte und wie man sich bewusst auf eine selbstbestimmte Geburt vorbereiten kann.

Selbstbestimmt bedeutet hier nicht, dass man eine Geburt plant und festlegt, wie alles abzulaufen hat - das ist unmöglich. Selbstbestimmt bedeutet für mich, dass die Gebärende geachtet wird, sich vertrauensvoll öffnen darf und es zu keinem Machtmissbrauch seitens der Geburtsbegleiter kommt.

 

 

individuelle Begleitung & Kosten: auf Anfrage

 

 

 

 

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